Stellen Sie sich vor, Sie würden täglich stundenlang in eine Entfernung schauen, für die Ihre Brille nicht ausgelegt ist. Die Augen leisten dabei Mehrarbeit, der Nacken zieht nach und mitunter stellt sich am Nachmittag ein Druckgefühl im Kopf ein. Das ist ein bekanntes Muster – und eines, das sich mit der richtigen Sehhilfe häufig deutlich verbessern lässt.
Was macht den Bildschirm so besonders?
Ein Monitor befindet sich typischerweise in einer Entfernung von 50 bis 80 Zentimetern – im sogenannten mittleren Sehbereich. Genau für diesen Bereich sind die meisten Standardbrillen jedoch nicht optimiert: Die Lesebrille ist für den Nahbereich (ca.40 cm) gedacht, die Fernbrille für weite Entfernungen (ab sechs Metern), und die Gleitsichtbrille deckt zwar alle Bereiche ab – der mittlere Korridor für den Bildschirmabstand ist dabei jedoch oft zu schmal für komfortables Arbeiten am Schreibtisch.
Woran erkenne ich, dass meine Brille am Bildschirm an ihre Grenzen stößt?
Die Anzeichen sind häufig unspektakulär – und werden deshalb leicht übersehen:
Für wen ist eine Bildschirmbrille geeignet?
Eine Bildschirmbrille ist keine Sehhilfe für jeden. Wer jung ist, noch keine Brille trägt und beschwerdefrei am Bildschirm arbeitet, kommt in der Regel gut zurecht. Für Personen ab 40, die eine Gleitsichtbrille tragen und viel am Schreibtisch sitzen, kann eine speziell angepasste Bildschirmbrille den Arbeitsalltag jedoch spürbar angenehmer gestalten.
Grundsätzlich gilt: Noch bevor es Beschwerden gibt – unabhängig vom Alter – sollte beim Augenarzt oder Optiker die Eignung der eigenen Brille am Arbeitsplatz geprüft werden.
Wer trägt die Kosten?
In Deutschland sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, die Kosten für eine Bildschirmarbeitsplatzbrille zu übernehmen, sofern eine augenärztliche Untersuchung (G37) deren Notwendigkeit bestätigt. Diese Regelung gilt für Beschäftigte, die regelmäßig und überwiegend an Bildschirmarbeitsplätzen tätig sind. Die Kostentragungspflicht bezieht sich auf den Grundbedarf. Extras, wie Entspiegelungen, Blaulichtfilter, dünnere Gläser oder breitere Sehfelder sind Zusatzoptionen, die privat bezahlt werden müssen.
Fazit
Eine Bildschirmbrille ist kein Luxus und keine Übervorsicht – sie ist das geeignete Werkzeug für eine spezifische Sehanforderung. Wer täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm verbringt und regelmäßig erschöpft oder verspannt vom Schreibtisch aufsteht, sollte das Thema beim nächsten Optiker-Termin ansprechen.
Die Augen – und der Nacken – werden es danken.