Ja, Sie brauchen eine.
Auch, wenn Sie tendenziell eher lichtunempfindlich sind. Das Auge filtert UV-Strahlung nicht vollständig heraus. Wer seine Augen dauerhaft vor zu viel Sonneneinstrahlung schützt, reduziert langfristige Sonnenschäden an Hornhaut, Linse und Netzhaut. Der Graue Star z.B., also die Trübung der Augenlinse, soll im direkten Zusammenhang mit kumulativer UV-Belastung über viele Jahre stehen. Auch die Makuladegeneration soll von zu viel Licht negativ beeinflusst werden.
Kurzfristig kann intensive UV-Belastung ohne Schutz – etwa ein langer Tag auf dem Wasser oder im Schnee – eine Augenüberreizung auslösen, die sich anfühlt wie Sand in den Augen und für ein bis zwei Tage ziemlich unangenehm ist.
Welchen Schutz hat eine Sonnenbrille?
Eine Sonnenbrille erfüllt eigentlich zwei wichtige Schutzfunktionen: Sie schützt vor Blendung und vor schädlicher UV-Strahlung.
Der Blendschutz wird durch die Tönung der Gläser erreicht. Für den Alltag reicht in der Regel eine Tönung von bis zu 85 %. Für besondere Einsätze, beispielsweise beim Gletscherwandern oder im Hochgebirge, gibt es stärkere Tönungen von bis zu 95 %.
Der UV-Schutz hingegen ist unsichtbar. Er hat nichts mit der Dunkelheit der Gläser zu tun und ist heute bei den meisten Brillengläsern – auch bei normalen Alltagsbrillen – bereits standardmäßig integriert.
Besonders wichtig: Eine dunkle Sonnenbrille ohne UV-Filter kann schädlicher sein als gar keine Sonnenbrille. Durch die dunklen Gläser erweitert sich die Pupille, sodass mehr Licht ins Auge gelangt. Fehlt der UV-Schutz, trifft auch mehr schädliche UV-Strahlung ungefiltert auf die Netzhaut und kann dort langfristige Schäden verursachen.
Achten Sie deshalb beim Kauf immer auf geprüfte Qualität und lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Ein wichtiges Merkmal ist die CE-Kennzeichnung am Brillenbügel. Sie bestätigt, dass die Sonnenbrille den europäischen Sicherheitsanforderungen entspricht.
Fehlt diese Kennzeichnung, ist die Brille im besten Fall nur ein modisches Accessoire – im schlechtesten Fall bietet sie keinen ausreichenden Schutz für Ihre Augen.
Wann ist der Schutz besonders wichtig?
UV-Strahlung ist kein reines Sommerproblem. Sie ist das ganze Jahr präsent – auch wenn die Sonne sich hinter Wolken versteckt, dringen bis zu 80 Prozent der Strahlung durch. Besonders intensiv ist sie am Wasser, auf Schnee und im Gebirge, weil helle Oberflächen die Strahlung zusätzlich reflektieren. Wer also im Winter Skifahren geht, sollte auch an einen guten Sonnenschutz denken.
Für Kinder gilt das in besonderem Maße: Ihre Augenlinse filtert weniger UV als die eines Erwachsenen, und sie verbringen – hoffentlich – viel Zeit im Freien. Eine Sonnenbrille mit echtem UV-Schutz gehört für Kinder genauso zur Sommerausrüstung wie Sonnencreme.
Muss es die teure sein?
Nicht unbedingt. Der UV-Schutz ist nicht immer keine Frage des Preises. Eine günstigere Brille mit „ CE/ UV 400“ Kennzeichnung, schützt die Augen genauso wie eine teurere. Aber Achtung: Ein UV 400 Aufkleber auf dem Brillenglas kann jeder kleben. Achten Sie bei der Brille auf den Print im Bügel. Sicher sind Sie, wenn Sie im Fachhandel kaufen.
Welche unterschiedlichen Tönungen gibt es?
Sonnenbrillen gibt es in unterschiedlichen Tönungsfarben, Tönungsstärken und mit verschiedenen Funktionen – je nach Einsatzbereich und persönlichen Bedürfnissen.
Manche Sonnenbrillen bieten vor allem einen klassischen Blendschutz und machen das Umgebungslicht einfach dunkler. Andere Kontrastgläser verstärken die Wahrnehmung von Kontrasten. Dadurch lassen sich beispielsweise beim Radfahren durch den Wald Schatten und Unebenheiten im Weg deutlich besser erkennen.
Eine weitere besondere Variante sind polarisierende Sonnenbrillengläser. Sie filtern störende Lichtreflexionen, etwa auf nassen Straßen, Wasserflächen oder anderen glatten Oberflächen. Das sorgt für eine deutlich entspanntere Sicht und reduziert Blendungen spürbar.
Lassen Sie sich den Unterschied beim nächsten Sonnenbrillenkauf gerne einmal zeigen – viele sind überrascht, wie angenehm und entspannt das Sehen ohne störende Reflexionen sein kann.
Fazit
Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz ist kein Luxus und keine Übervorsicht – sie ist schlicht das Richtige. Die Augen schützen sich nicht von alleine und anders als die Haut, zeigen sie Schäden oft erst Jahre später. Wer beim nächsten Sonnenbrillenkauf kurz auf den Bügeldruck schaut, hat schon vieles beachtet. Und wer nicht genau weiß, welchen Schutz seine Sonnenbrille hat, manche Optiker bieten sogar einen UV Test mit Spektrumanalyse an.