Man sitzt, schaut durch eine große Maschine, liest Buchstaben von einer Tafel und antwortet auf die Frage „Eins oder zwei? Eins oder zwei?“ – bis man sich nicht mehr sicher ist, ob man überhaupt noch irgendwas sieht. Ein Sehtest beim Optiker ist kein Mysterium, aber viele wissen nicht genau, was sie erwartet. Hier ein Überblick.
Schritt 1: Das Vorgespräch
Zu Beginn fragt der Optiker nach Beschwerden, der aktuellen Sehhilfe und dem Grund des Besuchs. Haben Sie Kopfschmerzen beim Lesen? Sehen Sie nachts schlechter? Wann war die letzte Kontrolle? Nehmen Sie Medikamente? Diese Fragen helfen dabei, den Test gezielt auszurichten und die Augensituation besser einzuschätzen.
Schritt 2: Erste objektive Messung
Noch bevor Sie selbst aktiv werden müssen, misst ein Gerät – das sogenannte Autorefraktometer – automatisch den groben Wert Ihrer Augen. Sie schauen dabei in ein Gerät und sehen einen Heißluftballon, der kurz scharf und wieder unscharf wird. Das Gerät misst Ihre Augen. Dieser Wert ist ein erster Anhaltspunkt, kein endgültiges Ergebnis. Dafür folgt der nächste Test.
Schritt 3: Der Sehtest an der Tafel
Nun kommt die klassische Situation: Buchstaben oder Zahlen in verschiedenen Größen auf einer Tafel oder einem Bildschirm. Ein Auge wird abgedeckt, während das andere liest. So wird geprüft, wie scharf Sie auf Entfernung sehen – und ob es einen Unterschied zwischen den Augen gibt.
Der Optiker gibt verschiedene Linsenkombinationen. Hier kommen die berühmten Fragen: „Besser, schlechter? Eins oder zwei?“. Es gibt keine falsche Antwort – man beschreibt schlicht, was klarer wirkt. Der Optiker arbeitet sich so zur optimalen Korrektur vor.
Zusätzlich wird geprüft:
Wie lange dauert das Ganze?
Ein Sehtest beim Optiker dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten – je nachdem, wie aufwendig die Messung ist. Die Beratungszeit für die Brillenauswahl und Glasbesprechung kommt noch dazu. Wer zum ersten Mal eine Gleitsichtbrille bekommt oder besondere Beschwerden hat, sollte etwas mehr Zeit einplanen.
Augenarzt oder Optiker – was ist der Unterschied?
Der Optiker misst die Sehstärke und passt Brillen und Kontaktlinsen an. Der Augenarzt ist Mediziner und untersucht zusätzlich die Gesundheit des Auges – also Netzhaut, Sehnerv, Augendruck und mehr. Vorsorge-Screenings für die Augen werden aber auch immer häufiger beim Optiker angeboten. Informieren Sie sich gerne vor Ort.
Fazit
Ein Sehtest dauert meist kürzer als gedacht. Die Zeit ist gut investiert für das bequeme Sehen in allen Alltagssituationen. Zwar bleibt häufig das Rätsel „Eins oder zwei“ für einen selbst ungelöst, aber am Ende des Tests erkennt man, wie gut man sieht.